Schnee von gestern (2014)

Auf der Suche nach einem verschollenen Großonkel bricht die junge Israelin Yael Reuveny ein Tabu und entdeckt den deutschen Teil ihrer Familie.

Yael Reuveny entstammt einer Familie in Tel Aviv, die in dritter Generation mit der Verzweiflung kämpft, die der Holocaust in Überlebenden angerichtet hat. Eine einzige Fotografie existiert aus der Jugend der Großmutter in Wilna, heute Vilnius. Es ist ein Familienporträt mit vielen Unbekannten, in dem sie ihrem jüngeren Bruder schützend und besitzergreifend die Arme um die Schultern legt. Das Bild und die mythische Anekdote, die sich darum rankt, motivieren Yael Reuveny, die Spuren der ersten Generation der Holocaustopfer ihrer Familie zu recherchieren.

Kaum der deutschen Sprache mächtig, zieht die junge Frau gegen den Wunsch der Eltern nach Deutschland. Die autobiografische Zeitreise gliedert sich in drei Kapitel, in denen der Umgang der Alten mit dem Trauma, seine Nachwirkung auf Yaels Eltern und die neue Suche der Enkelgeneration im Mittelpunkt stehen.